30.03.2010 – Presseinformation

Soziale Liste ruft zu Ostermärschen auf:

Engagement gegen Krieg, für Frieden und Abrüstung, heute so wichtig wie vor 50 Jahren!

Die Soziale Liste Bochum ruft zur Teilnahme am Ostermarsch Ruhr auf und unterstützt die Kundgebungen in Wattenscheid, im Bahnhof Langendreer und in Werne. Auch 50 Jahre nach den ersten Ostermärschen in Deutschland ist der Einsatz für Frieden und Abrüstung, gegen Krieg und Atomwaffen heute genau so wichtig wie 1960. „Denn“, so Ratsmitglied Günter Gleising, „die Kriege in Afghanistan, im Irak und anderswo, die Rüstung und Kriegspolitik vernichtet die Ressourcen, die bei uns, aber auch weltweit, im Kampf gegen Hunger und Not, für Bildung und Wissen, Ausbildung und Arbeit, Gesundheit und saubere Umwelt dringend gebraucht werden“.

Die Soziale Liste Bochum ist mit einem Informationsstand auf der großen Ostermarsch-Veranstaltung am Sonntag, dem 4. April, ab 16.00 Uhr, im Bahnhof Langendreer vertreten.
 

25.03.2010 – Presseinformation

Protest gegen
"Pro-NRW"-Zusammenrottung

"Die Soziale Liste im Rat verurteilt die rassistische Hetze und die angekündigten Aktionen von "Pro-NRW". Diese sich Bürgerpartei nennende Gruppierung will mit rechtspopulistischer und rassistischer Propaganda auch in Bochum Fuß fassen und Wählerstimmen gewinnen. Diese Aktivitäten sind ebenso eine Belastung für das Zusammenleben der Menschen in der Stadt wie die Existenz der NPD-Landeszentrale in Wattenscheid", erklärt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. Alle demokratischen Kräfte Bochums sind aufgefordert, sich gegen die unerträglichen Provokationen von Pro-NRW zu wenden und sich am Freitag, den 26.3.2010, um 13.00 Uhr in der Dibergstr./Ecke Bessemerstraße zu versammeln. „Kein Fußbreit den Rassisten und Faschisten!”
 

23.03.2010 – Presseinformation

Soziale Liste:

Jahrhunderthalle statt Konzerthaus

„Angesichts der Haushalts- und Finanzkrise der Stadt Bochum sollte das Thema Bau eines neuen Konzerthauses zu Grabe getragen werden“, fordert Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste. Die Soziale Liste Bochum erneuert ihren Vorschlag, als Alternative zum Konzerthaus, die weltweit bekannte und anerkannte Jahrhunderthalle als Spiel- und Probenstätte für die Symphoniker zu nutzen. 

Die Stadt Bochum sollte deshalb mit den Konzerthaus-Sponsoren (Herr Faber, Herr Uhle, Freundeskreis) verhandeln, um sie für diese Pläne zu gewinnen. Mit dem Geld könnten in dem Komplex der Jahrhunderthalle Arbeits- und Sozialräume für die Bochumer Symphoniker geschaffen werden. Auch wäre der weitere Ausbau der Jahrhunderthalle (Heizung, Dachdämmung gegen Regen, flexible Raumteiler etc.) möglich.

In der Jahrhunderthalle finden immer wieder weit über den Raum Bochum beachtete Veranstaltungen und Konzerte statt. Diese positive Entwicklung würde mit der Nutzung der Halle als Spielstätte für die BoSys gestärkt werden.
 

12.03.2010 – Presseinformation

"Glanz und Glamour"
in Zeiten der Haushalts- und Finanzkrise in Bochum

"Während in der Stadt Bochum gerade eine Haushaltssperre verhängt wurde, feiert eine kleine Minderheit in der Jahrhunderthalle die Verleihung des Steiger Awards mit solch illustren Gästen wie der ehemaligen Kaiserin von Persien und der Prinzessin von Jordanien.

Dass die Veranstaltung von der Stadt und städtischen Töchterfirmen (u.a. Stadtwerke und Sparkasse) erneut gesponsert wird, “ist bei der desolaten Finanzlage der Stadt ein Skandal erster Güte", erklärt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste.
 

04.03.2010 – Presseinformation

Internationaler Frauentag:

Straße nach Christine Schröder benennen

Aus Anlass des Internationalen Frauentages am 8. März schlagen die beiden Ratsmitglieder der Sozialen Liste, Nuray Boyraz und Günter Gleising, vor, Frauen und ihr Lebenswerk stärker in das Stadtbild zu integrieren. Hierzu sollte in den nächsten Jahren das Stadtarchiv recherchieren und Informationen aufarbeiten, die z. B. im Schulunterricht genutzt werden können. Auch die Ansätze zur Darstellung von Frauen in Kurzbiographien und Frauenbildern sollen ausgebaut werden.

Günter Gleising schlägt weiterhin vor, die Benennung von Straßen und Plätzen nach Frauen deutlich zu verstärken. Einen ersten Vorschlag hierfür unterbreiten die Vertreter der Sozialen Liste auch: Christine Schröder. Christine Schröder war Widerstandskämpferin gegen den Faschismus, Sozialpolitikerin und langjährige Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Bochum. (siehe Ein Porträt). „Das Leben, Kämpfen und Wirken von Christine Schröder ist bis heute ein Beispiel für uns alle, aber vor allem für jüngere Menschen“, so Nuray Boyraz.
 

Ein Portrait: Christine Schröder

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Christine Schröder auf einer Gedenkveranstaltung in Bochum, 1950er Jahre

Geb. am 6.1.1900, gest. am 2.2.1980

Die langjährige Vorsitzende prägte die Arbeit, das Ansehen und die Ausstrahlungskraft der VVN in Bochum über viele Jahre. Christine Giboni wurde am 6. September 1900 in Bochum geboren und heiratete 1919 den Bergmann Franz Schröder. Franz Schröder war ebenfalls in der kommunistischen Bewegung aktiv, 1933 von den Nazis verhaftet und in dem KZ Papenburg, Lager Neusüstum, inhaftiert. Die Familie Schröder, Sohn Josef wurde schon bald nach der Heirat geboren, wohnte in einem von Bochums „roten Vierteln” im Griesenbruch in Sicht- und Hörweite der Hochöfen, Walzstraßen und Schmiedehämmer des Bochumer Vereins. Hier auf der Maxstraße direkt am Moltkeplatz pulsierte das Leben, gingen Marktgeschehen, politische Diskussionen und Feierabendvergnügen ineinander über. Auch Christine wurde politisch aktiv und trat 1928 der KPD bei. Sie war dabei, wenn auf dem Moltkemarkt die Gewerkschaften oder Arbeiterparteien zur Demonstration riefen, so auch am 20. Juli 1932, als sich viele Tausende Bochumer hier versammelt hatten, um gegen den Staatsstreich in Preußen zu demonstrieren. (Die rechtmäßige preußische Landesregierung unter Otto Braun (SPD) war am 20. Juli 1932 vom amtierenden Reichskanzler Franz von Papen mit Unterstützung von Reichspräsident von Hindenburg gewaltsam aus dem Amt gejagt worden.) Gemeinsam hatten die Anhänger von SPD und KPD auf das Zeichen zum Generalstreik gewartet, um den Rechten und Nazis entgegenzutreten – es blieb aus. Es blieb auch aus, als am 30. Januar 1933 Hitler in Berlin zum Reichskanzler ernannt wurde. Für Christine Schröder begann schon wenig später die politische Verfolgung. Im Sommer 1933 wurde sie erstmals für 27 Tage von den Nazis inhaftiert. Eine zweite Verhaftung folgte im April 1934. Trotzdem beteiligte sie sich an der antifaschistischen Widerstandsarbeit, getragen der Solidarität ihrer Freunde und der Hoffnung, etwas gegen die Unterdrückung der Nazis und die Kriegsvorbereitungen tun zu können. Im Zuge der Aufdeckung einer großen Widerstandsgruppe aus Bochum und Wattenscheid durch die Gestapo wurde auch Christine Schröder verhaftet. Viele Nazigegener wurden misshandelt. Den Kopf der Gruppe, Karl Springer, erschlugen die Nazis im Bochumer Polizeigefängnis. Wie viele andere auch, musste Christine Schröder wieder ins Gefängnis. „Vorbereitung zum Hochverrat” nannte das Gericht ihre Tätigkeit gegen Hitler. Erst nach 18 Monaten wurde sie am 7. April 1938 wieder aus dem Gefängnis entlassen. Jedoch: Einsperren konnten die Nazis Christine Schröder, brechen aber konnten sie sie nicht. Vorsichtig beteiligte sie sich an Diskussionen, hielt Kontakt, vor allem zu Widerstandskämpfern auf dem Bochumer Verein und leistete Kurierdienste.

Am 26. Juni 1943 wurde die Familie Schröder Opfer eines Bombenangriffs und wurde nach Bayern evakuiert. Im Juli 1947 kehrte die Familie Schröder nach Bochum zurück.
Christine Schröder wurde sofort in der VVN Bochum aktiv, die wenige Monate vorher gegründet worden war. Sie wollte mithelfen, dass die Lehren aus Faschismus und Krieg gezogen werden. 1949 wurde sie auf der Liste der KPD auch in den Rat der Stadt Bochum gewählt. Im Kreissonderhilfsausschuss trug sie dazu bei, die Not in den Nachkriegsjahren zu lindern.. Am 7.9.1947 zur stellv. Vorsitzenden der VVN gewählt, wurde sie 1952 Vorsitzende der Organisation und blieb es bis 1966. Sie war zu dieser Zeit auch Mitglied des Landesvorstandes der VVN. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihre Arbeit einschränken, blieb aber im Vorstand und war für den Bereich Sozialarbeit verantwortlich. 1956 wurde Christine Schröder im Zuge des KPD-Verbots ihr Amt als Stadtverordnete aberkannt.

Neben der politischen Tätigkeit war Christine Schröder unermüdlich tätig, um im Büro der VVN auf der Hofsteder Straße Wiedergutmachungsanträge zu schreiben und Naziverfolgten zu helfen. Sie gab ihr Wissen um und ihre Erfahrungen über den Faschismus weiter. Ihre Berichte waren bei Jugendlichen wie Erwachsenen gefragt. Weggefährten schilderten sie als herzliche, lebenslustige und kämpferische Frau. Mehrere Herzinfarkte hatten ihrer Gesundheit zugesetzt. Trotzdem blieb sie bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen und politischen Leben und der Arbeit der VVN sehr interessiert.

1978 wurde Christine Schröder die Ehrenmedaille des Deutschen Widerstandes verliehen.

(Aus: Schriftenreihe zur antifaschistischen Geschichte Bochums, Heft 9, Bochum 2006)
 

03.03.2010

Solidaritätsbekundung der Sozialen Liste Bochum mit Sevim Dagdelen, MdB, Die Linke

Liebe Sevim,

die Soziale Liste Bochum solidarisiert sich mit Dir gegen die Vorwürfe, die gegen Dich von drei PfarrerInnen aus dem Ruhrgebiet erhoben worden sind.
Der offene Brief an Dich und auch die so genannte Richtigstellung sind in einem so unangemessenen, Deine Person abqualifizierenden Tonfall gehalten, dass wir darin keinen Beitrag zu einer politischen Debatte sondern einen polemischen, höchst persönlichen Angriff auf Dich sehen.
Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass gegen Dich in der Christuskirche, ein faktisches Hausverbot ausgesprochen worden ist.
Wir kennen dich seit Jahren als engagierte Antiimperialistin, Antifaschistin und Friedenskämpferin und wir verstehen es, dass Du am Ende der Rede von Shimon Peres nicht aufgestanden bist und nicht applaudiert hast.
Nicht Dein Sitzenbleiben nach der Peres-Rede, sondern die Instrumentalisierung des Gedenktages der Auschwitz-Befreiung für die ideologische Vorbereitung von kriegerischen Handlungen gegen den Iran , das stellt den wahren Skandal dar!

Soziale Liste Bochum, der Vorstand